Künstliche Mineralfasern

Künstliche Mineralfasern werden in großen Mengen zur Wärmedämmung und Schallisolierung verwendet. In Wänden, Böden, Hohlräumen und Dächern werden in der Bundesrepublik Deutschland jährlich über 10 Mio. Kubikmeter Mineralfasern verarbeitet.

Den Grundstoffen Basalt und Glas werden Kunstharze und andere Bindemittel zum Verkleben zugesetzt. Das anschließende Schneiden wurde in den ersten Jahren der Herstellung ohne Atemschutz durchgeführt, bis etliche Krebs-Todesfälle in der Produktion auf mögliche Risiken aufmerksam machten.

Mittlerweile liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und demzufolge gesicherte Erkenntnisse vor. Hier die wichtigsten Punkte:

Mögliche Gesundheitsgefährdungen können hervorgerufen werden durch:
 
Emissionen der Bindemittel (Phenolformaldehydharze)
Gewichtsanteil bei Glaswolle ca. 5 %, bei Steinwolle ca. 2 %.
 
Abgabe von lungengängigem Feinstaub und lungengängigen Fasern.
Maßgeblich für eine evtl. Gefährdung ist die Dicke und Länge der Minderfasern. Fasern in der Größenordnung < 3 ym/ > 5 ym sind im Tierversuch krebserregend.
Aber: Nur ca. 5 % der künstlichen Mineralfasern liegen in dieser kritischen Größenordnung.
Ob die vorhandenen Mineralfasern nun wirklich schädigend wirken, hängt von ihrer Verarbeitung ab.
Nach einer Studie des Umweltbundesamtes gelten folgende Aussagen:
 
Bei Fasern unter 100 pro cbm = Anteil in der Regel nicht erhöht.
Dies ist dann der Fall, wenn die Maßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt wurden und der Dämmstoff hinter Dampfsperren und hinter Verkleidung z.B. aus Holzpaneelen oder Gipskarton konsequent vom Innenraum getrennt ist.
 
Bei Fasern um ca. 1000 pro cbm = Anteil in der Regel mäßig erhöht.
Dieser Zustand liegt bei Rissen und nicht abgeklebten Anschlüssen in den Wänden oder bei abgehängten Akustik-Decken vor. Dämmstoff steht in direktem Luftaustausch mit dem Innenraum.
 
Bei Fasern über 2000 pro cbm = im Einzelfall Anteil deutlich erhöht.
In den Fällen einer nicht dem Stand der Technik entsprechenden Konstruktion.

Nach den Ergebnissen aller bisherigen Untersuchungen und Erfahrungen können zusammenfassend folgende Aussagen getroffen werden:

Bisher lässt sich eine kanzerogene Wirkung von künstlichen Mineralfasern (KMF) beim Menschen weder eindeutig bestätigen noch widerlegen.
In der Regel birgt eine Sanierung bedeutend höhere Risiken, als das Belassen in der Baumasse bei einer nachträglichen Abdichtung.
Deshalb: Klären, ob eine Gefahr bestehen kann und dann entscheiden, welche Maßnahmen notwendig und geboten sind.

Baubiologie Krumscheid

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